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Kauf und Handel · Kapitel 12

Gegenparteirisiko – Die Wahl des richtigen Goldhändlers

Gegenparteirisiko – Die Wahl des richtigen Goldhändlers

Year-of-the-Snake-Silbermunze und eine Wiener Philharmoniker Silbermunze mit Geschenkbox, moderne Prasentation einer Anlage-Silberkollektion

Durch die Wahl des richtigen Goldhändlers lassen sich die beim Goldkauf und bei der Edelmetallverwahrung auftretenden Unternehmensrisiken minimieren, weshalb diesem Thema besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte.

Jenseits des Preises: Wer ist ein vertrauenswürdiger Goldhändler?

Durchschnittliche Goldhändler arbeiten mit nahezu identischen Margen. Auch hier gilt: Zu günstige Preise sollten misstrauisch machen (es gibt keine Marge, die den Geschäftsbetrieb eines Goldhändlers nachhaltig aufrechterhalten könnte).

In Ungarn kam es in den Jahren 2011-2012, als die Menschen förmlich Schlange standen, um Anlagegold zu kaufen, zu mehreren Skandalen. Die betreffenden Händler lockten ahnungslose Opfer mit künstlich niedrigen Preisen an und schlossen dann, als gerade viel Geld bei ihnen lag, ihre Geschäfte.

Viele Menschen riskieren für einen um 1% günstigeren Preis 99% ihres Geldes, obwohl der Anlagehorizont bei Goldinvestitionen durchschnittlich 8-10 Jahre beträgt. Den vertrauenswürdigen Goldhändler kann man am besten persönlich auswählen oder anhand des Inhalts der Website und gewichtiger, im Internet verfügbarer Referenzen beurteilen. Es lohnt sich, Zeit für eine gründliche Recherche aufzuwenden. Bei Preisfragen empfiehlt es sich, den Händler zu kontaktieren, denn insbesondere bei grossen Mengen ist es möglich, einen besseren Preis als den auf der Website angegebenen zu erhalten.

Bei wem und wo sollte man Gold kaufen/lagern?

Beim Kauf von Anlagegold entsteht häufig eine Vertrauensbeziehung zwischen dem Käufer und dem Goldhändler. Jeder Kunde erwartet Diskretion, da der Schutz persönlicher Daten und die Sicherheit von herausragender Bedeutung sind. Der Kurs ist ebenfalls wichtig, aber auch die weiteren Dienstleistungen (z.B. Beratung, Qualität der Kundenbetreuung, Sicherheit der persönlich transportierten Werte usw.) sind entscheidend.

Für die Goldlagerung ist ein noch grösseres Vertrauen zwischen dem Edelmetallhändler und dem Kunden erforderlich als bei einem einfachen Kauf- und Verkaufsgeschäft.

Gibt es eine Einlagensicherung oder einen Anlegerschutz für physisches Gold?

Nach der geltenden ungarischen und zugleich europäischen Regulierung gilt physisches Gold nicht als Kapitalmarktinstrument, weshalb ungarische Edelmetallhändler auch nicht in den Genehmigungs- und Aufsichtsbereich der ungarischen Nationalbank (MNB) fallen. Da Goldhändler weder Kreditinstitute noch Finanzorganisationen sind, wird das bei diesen Unternehmen befindliche Kundengeld weder durch den Anlegerschutzfonds BEVA (der Wertpapieranlagen absichert) noch durch die Einlagensicherung OBA (die Bankeinlagen schützt) geschützt.

Das verwahrte Gold wird von den Goldhändlern üblicherweise über eine Versicherungsgesellschaft versichert, oder die Versicherung des Tresordienstleisters erstreckt sich auch auf den vom Goldhändler dort gelagerten Bestand. Der Nachweis dieser Versicherung (Evidence of Insurance) ist häufig auf der Website des Goldhändlers, der auch Verwahrungsdienstleistungen anbietet, einsehbar.

Beschwerdemanagement – An wen kannst du dich bei Problemen wenden?

Bei grosseren Investitionen empfiehlt es sich, vor Aufnahme einer Geschaftsbeziehung mit dem Goldhandler zu prufen, ob das Unternehmen uber eine von der NEHITI erteilte Tatigkeitsgenehmigung verfugt (achte auf eine vierstellige Nummer mit dem Kurzel PR). Insbesondere beim Online-Handel ist Vorsicht geboten. Fehlt die Genehmigung, solltest du das Unternehmen umgehend direkt bei der NEHITI melden. Die Liste der für Gold und Schmuck zugelassenen Unternehmen ist ebenfalls auf dieser Seite verfügbar.

In Ungarn sind die meisten Edelmetallhandelsunternehmen kleine Organisationen, weshalb es bei kleineren Beschwerden ratsam ist, sich per E-Mail direkt an die Geschäftsführung zu wenden, denn wenn ein Mitarbeiter einen Fehler gemacht hat, gelangt die Information nicht unbedingt zum Geschäftsführer. Da es im normalen Geschäftsbetrieb sehr wenige Beschwerden gibt, sollte der Geschäftsführer es zu schätzen wissen, direktes Feedback von Kunden zu erhalten. Nur einige wenige grössere Schmuckhändler oder Goldhändler (die auch Pfandhäuser betreiben) haben eine grosse Organisation und daher eine eigene Beschwerdeabteilung eingerichtet. In solchen Fällen ist die Beschwerde dorthin zu richten.

Wenn du jedoch keine zufriedenstellende Antwort erhaltst und uberzeugt bist, im Recht zu sein, kannst du dich an den Verbraucherschutz wenden, wie bei jeder anderen Beschwerde über einen Händler. Typische Fälle sind: irreführende Preisgestaltung, beschädigte Produktverpackung (der Händler verweigert die Zusammenarbeit), irreführende Informationen oder Werbung usw.

Wenn es sich nicht um eine gewöhnliche Händlerbeschwerde handelt, sondern der Verdacht einer Straftat besteht, ist bei der für den Geschäftssitz des Händlers zuständigen Polizeidienststelle Anzeige zu erstatten.

Unter den in der Kategorie "Goldtricks" aufgeführten Aktivitäten sind "verzinstes Gold" und "illegale Pfandhäuser" bei der MNB (Ungarische Nationalbank) zu melden.

Akzeptierte Zahlungsarten: OTP Bank, K&H, Mastercard, Maestro, Visa, Apple Pay, Google Pay