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Werden wir mit leuchtender DNS-Silber-Verbindung in unserem Körper herumlaufen?

In nicht allzu ferner Zukunft könnte die Injektion von DNS-stabilisiertem Nanosilber in den menschlichen Körper zur täglichen Routine werden.

GT

Goldtresor Team

· 2 Min. Lesezeit

Werden wir mit leuchtender DNS-Silber-Verbindung in unserem Körper herumlaufen?

In nicht allzu ferner Zukunft könnte die Injektion von DNS-stabilisiertem Nanosilber in den menschlichen Körper zur täglichen Routine werden.

Aber wie gelangt Silber in die DNS?

Die DNS gibt nicht nur die genetischen Informationen der Eltern an ihre Nachkommen weiter -- in Kombination mit nanoskaligen Partikeln bestimmter Metalle kann sie auch biomimetische Anwendungen ermöglichen, die die Natur nachahmen.

Silbernanocluster können völlig andere Eigenschaften aufweisen als Silber in seinem natürlichen Zustand. Silberatome, die auf der Nanoskala extrem reaktiv sind, werden durch die Umhüllung mit DNS relativ handhabbar -- dies bezeichnet man als Stabilisierung von Silber im Nanoclusterzustand.

Seit fast 20 Jahren ist bekannt, dass sich durch die Kombination von Nanosilber mit bestimmten DNS-Molekülen rot und grün fluoreszierende Materialien herstellen lassen -- sogenannte Fluorophor-DNS-stabilisierte Silbernanocluster. Diese können auf Zellebene für eine Vielzahl chemischer und biosensorischer Analysen eingesetzt werden.

Nanosilber hat mit Hilfe von KI ein neues Spektrum erschlossen

Forscher der Copp Labs an der University of California, Irvine, haben im Juli eine Studie veröffentlicht, in der sie eine durch maschinelles Lernen unterstützte Methode entwickelt haben, die die Licht- und Farb-Emissionseigenschaften von DNS-stabilisierten Silbernanoclustern in den Nah-Infrarot-Bereich (NIR) erweitert (verstärkt). Dadurch können Signale von in lebenden Zellen platzierten Nanosilberpartikeln durch mehrere Zentimeter lebendes Gewebe hindurch von einem externen Sensor erfasst werden.

Zur Erzeugung der gewünschten Nanosilber-DNS-Kombination durchlief das Forscherteam mithilfe eines auf dem LUMI-Supercomputer in Finnland laufenden maschinellen Lernprogramms die Kombinationen aus DNS-Sequenzabschnitten und Silbernanoclustern. Die KI schlug vor, welche DNS-Moleküle mit dem Nanosilber kombiniert werden müssen, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Die leitende Forscherin Stacy Copp wurde in einem Interview auch nach der evolutionären Bedeutung von DNS-stabilisiertem Nanosilber für das menschliche Genom befragt.

Nanosilber: nicht-invasiv, nicht (übermäßig) toxisch

Laut Copp ist einer der Hauptvorteile der DNS-Nanosilber-Verbindung, dass Silber -- anders als die anderen im Experiment verwendeten Materialien -- auf der Nanoskala für Menschen nicht schädlich ist.

Im Bereich der medizinischen Diagnostik ermöglichen fluoreszierende Silbernanocluster beispielsweise ein wirksameres, kostengünstigeres und schonendes Verfahren im Vergleich zu radioaktiven Röntgen- und Isotopenuntersuchungen -- sowohl für Patientinnen und Patienten als auch für Ärzte und Analytiker, die in lebendem Gewebe nach Tumoren und anderen Anomalien suchen.

Silber rettet -- wie schon seit Jahrtausenden -- auch heute noch Leben: In Indien wurde Silber bereits vor 5.000 Jahren in der ayurvedischen Medizin eingesetzt; in der Moderne werden Silberkatalysatoren etwa in der Arzneimittelherstellung und Silberionen-beschichtete Verbände zur Behandlung von Brandwunden in Krankenhäusern verwendet.

Wir wären natürlich nicht überrascht, wenn auch die Rüstungsindustrie reges Interesse an nicht-sichtbares Licht emittierendem Nanosilber zeigen würde -- etwa im Rahmen der Entwicklung von Freund-Feind-Erkennungssystemen.

Auch wenn noch Jahre oder Jahrzehnte vergehen mögen, könnte die Injektion von DNS-stabilisiertem Nanosilber in den menschlichen Körper -- ob zu friedlichen oder militärischen Zwecken -- in nicht allzu ferner Zukunft zur Alltäglichkeit werden.

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